
Legionellen in Warmwasser- und Kaltwasserleitungen
Das Wachstum von Bakterien ist hauptsächlich mit lauwarmem und warmem Wasser verbunden.
So wird der Kontrolle von Temperaturen in den Warmwasserleitungen viel Aufmerksamkeit geschenkt und bakteriologische Kontrollen im Rahmen von Legionellen werden vor allem an den Warmwasserleitungen durchgeführt. Dennoch zeigt sich immer mehr, dass hartnäckige Legionellenprobleme mit Kontaminationen in den Kaltwasserleitungen zusammenhängen.

Bei Messungen zeigt sich, dass das kalte Wasser in diesen Leitungen oft nicht kalt genug ist:
- In wärmeren Perioden (heiße Sommer mit langanhaltend hohen Außentemperaturen) sehen wir oft zu hohe Wassertemperaturen im Kaltwasserkreislauf.
- Kalt- und Warmwasserleitungen liegen oft zu dicht beieinander ohne die nötige Isolierung, mit Wärmeaustausch zwischen beiden Kreisläufen als Folge.
- Das Risiko höherer Temperaturen steigt auch mit zunehmender Länge der Leitungen.
Sobald die Kaltwassertemperatur über 20°C steigt, besteht ein stark erhöhtes Risiko für Legionellenwachstum. In den meisten Richtlinien wird oft auf 25°C verwiesen, aber aus Sicht des Legionellenbakteriums selbst ist 20°C ein kritischer Wendepunkt.
Das Risiko des Legionellenwachstums in den Kaltwasserleitungen nimmt auch mit dem Alter des Leitungsnetzes zu. Leitungen, die älter als 10 Jahre sind, sind anfälliger für Biofilmbildung, weil die Oberflächen rauer sind.
Dieser Biofilm ist dann ein hervorragendes Medium für die Entwicklung von Bakterien. Im Gegensatz zu Warmwasserleitungen können an den Kaltwasserleitungen keine Hitzeschocks durchgeführt werden, um (Legionellen-)Bakterien abzutöten.
Hier ist ein Überblick über die praktischsten Lösungen:
- Das Spülen der Kaltwasserleitungen hilft, die Koloniebildung bei Bakterien vorübergehend auf ein ungefährliches Niveau zu senken (kann ein Nachwachsen aber nicht ausschließen)
- Überprüfung und Beseitigung von Fehlverbindungen (= unerwünschte Verbindungen zwischen Leitungen mit verschiedenen Wasserarten und Wasserquellen).
- Zusätzliche Isolierung der Kaltwasserleitungen
- Zusätzliche Isolierung der Warmwasserleitungen, besonders wenn sie in der Nähe der Kaltwasserleitungen liegen
- Desinfektion des Kaltwasserkreislaufs. Berücksichtigen Sie hier sowohl die PT5-Registrierung (= sichere Verwendung in Trinkwasser) als auch die Zulassung als alternative Bewirtschaftungsmaßnahme. Beide sind notwendig!
- Entfernen von Biofilm (= Nährboden und Schutzschicht für Bakterien). Dies kann in bestimmten Fällen mit demselben Produkt erfolgen, mit dem desinfiziert wird.
siehe auch unsere verwandten Blogs:
- Alternative Legionellenbekämpfung in Warmwassersystemen
- Warum und wie Trinkwasser desinfizieren?
- Sichere Sanitärleitungen
- Wie funktioniert Chlordioxid
- Schädliche Bakterien im Wasser
- Legionellensymptome - Legionärskrankheit
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