
Sanitärleitungen keimfrei halten. Warum?
Das vom Wasserversorger gelieferte Wasser ist grundsätzlich immer von guter Qualität. Es ist jedoch so, dass Trinkwasserunternehmen keine Garantie für die Qualität an der Zapfstelle (Wasserhahn/Dusche) geben können, weil sie keinen Einfluss/keine Kontrolle darüber haben, was in den Leitungen Ihres Gebäudes geschieht.
Worauf sollte ich achten, um das Wachstum krankheitserregender Keime zu begrenzen?
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Wasser darf in den Rohren aus folgenden 2 Gründen nicht lange stehen:
Wasser, das mehrere Tage in den Leitungen steht (oder langsam fließt), nimmt Stoffe auf, die daraus stammen. Es kann sich um Blei handeln und – je nach Zusammensetzung und Härte des Wassers – auch um Eisen, Zink oder Kupfer. Diese anorganischen Ablagerungen führen zu einer schlechteren Wasserqualität und verringern die Effizienz der Desinfektionsprodukte.
Bei stehendem Wasser bildet sich an der Innenwand der Leitungen schneller ein Biofilm, in dem sich Bakterien optimal entwickeln. Dieser Biofilm schützt die Bakterien auch vor Hitze und Desinfektionsmittel.
Lösung: die Leitungen und Zapfstellen ausreichend spülen. Spülen reicht nicht immer aus, um den Kern des Problems (=Biofilm) vollständig zu entfernen, aber mit der Zugabe geeigneter Desinfektionsprodukte ist dies möglich.
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Wassertemperaturen müssen ordnungsgemäß überwacht werden:
Bakterien mögen Feuchtigkeit und mäßige Temperaturen. Wasserleitungen sind daher der ideale Ort für das Wachstum von Bakterien und anderen Organismen.
Beispiel: Die optimale Temperatur für das Wachstum von E-coli beträgt 37°C. Unter diesen optimalen Bedingungen findet alle 20 Minuten eine Teilung statt, was bedeutet, dass nach einem halben Tag aus 1 ursprünglichen Keim etwa 70 Milliarden Bakterien gebildet werden.
Für Legionellen liegt die optimale Wachstumstemperatur zwischen 35 und 40 °C. Unter optimalen Bedingungen wachsen Legionellenkolonien von 100 KBE / L innerhalb von 48 Stunden auf die gefährliche Konzentration von 10.000 KBE / L und mehr. Der Keim wächst in Wasser mit einer Temperatur zwischen 20 und 50 °C. Unter 20 °C vermehrt sich der Keim nicht und über 55 °C stirbt er ab.
Lösung: Um Legionellen zu bekämpfen, wird empfohlen, die Temperatur in Kaltwasserleitungen stets unter 20°C zu halten und die Temperatur in den Warmwasserleitungen auf mindestens 55°C (oder noch besser auf 60°C) einzustellen. Wenn die gewünschten Temperaturen nicht erreicht werden können, müssen alternative Bekämpfungsmaßnahmen (Hitzeschock und/oder chemische Desinfektion) angewendet werden.
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Begrenzung der Rohrkomplexität
Oft gibt es Erweiterungen an bestehenden Gebäuden und damit auch an bestehenden Sanitärnetzen. Diese Erweiterungen führen zu einem veränderten Strömungsmuster in den Leitungen.
Diese Änderungen führen oft zu unterschiedlichen Drücken und Strömungsgeschwindigkeiten, was zu Folgendem führt:
Wasser fließt langsamer oder steht sogar völlig still (siehe Punkt 1)
Der Wasserdruck wird unregelmäßiger und das Wasser hat daher einen anderen Einfluss (Reibung) auf die Leitungsmaterialien. Diese unterschiedlichen Drücke führen einerseits zu Ablagerungen oder andererseits zu Korrosion.
Änderungen an Leitungsnetzen führen oft zu Fehlern, die erst viel später bemerkt werden, wenn „plötzlich“ etwas gründlich mit der Wasserqualität schiefgeht. Häufige Fehler sind unerwünschte Quer- und Kreuzverbindungen. Kreuzverbindungen zwischen Wasser aus verschiedenen Quellen oder auch zwischen Trinkwasser und nicht trinkbarem Wasser können u. a. Legionellen in das Trinkwassersystem einbringen.
Lösungen: Halten Sie die Baupläne und vor allem die Pläne der Sanitäranlagen gut aktuell. Lassen Sie Änderungen an Sanitärsystemen von Ihrem Sanitärinstallateur ordnungsgemäß dokumentieren.
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Überwachung der Rückstandswirksamkeit von Desinfektionsmitteln
Der Einsatz eines zusätzlichen Desinfektionsmittels in den Sanitäranlagen erzeugt oft ein falsches Sicherheitsgefühl. Einerseits gibt es wenige Mittel, die gesetzlich allen Normen entsprechen (PT5-Registrierung + Zulassung als alternative Bekämpfungsmaßnahme), andererseits gibt es wenige Mittel, die bis zum Ende der Leitung (Zapfstelle) ausreichenden Schutz bieten.
Lösungen: Fordern Sie die gesetzlich erforderliche Dokumentation zu Ihrem verwendeten Desinfektionsmittel bei Ihrem Lieferanten an und messen Sie den Rückstand des verwendeten Desinfektionsmittels. Dies gibt einen guten Hinweis auf die effektive Abtötung unerwünschter Mikroorganismen. Diese Messungen können als Do-it-yourself-Kit oder als Service oder als kontinuierliche In-line-Messung von Ihrem Lieferanten/Partner für Wasserbehandlung angeboten werden.
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